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IMG – Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften

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​Uni Bayreuth und Deakin University forschen für eine verbesserte Adipositastherapie

18.02.2026

Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 017/2026 vom 16.02.2026

Die Universität Bayreuth ist Kooperationspartner eines Projekts zur Verbesserung der ländlichen Versorgung von Adipositas. Gemeinsam mit der Deakin University in Australien sollen Möglichkeiten zum verbesserten Einsatz und dem internationalen Transfer von digitalen Gesundheitsanwendungen für die Adipositastherapie analysiert werden. Das Projekt nutzt den Landkreis Kulmbach hierbei als Modellregion und wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) für ein Jahr mit über 17.000 Euro gefördert. Auch der Universitätsverein Bayreuth unterstützt das Projekt.

Primäres Ziel des Forschungsprojekts mit dem Titel „PRimary carE preSCRIption of evidence-BasEd apps for OBesity treatment” (PRESCRIBE-OB) ist die Entwicklung eines binational abgestimmten politischen Rahmenwerks zur Verschreibung von Gesundheitsapps bzw. Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) bei Adipositas. Von besonderem Interesse ist hierbei die Versorgung in ländlichen Gebieten aufgrund der strukturellen Defizite und der erhöhten Adipositasprävalenz. Der Landkreis Kulmbach wird diesbezüglich als Modellregion genutzt: Durch Einblicke in die reale Versorgungssituation im ländlichen Kulmbach soll untersucht werden, wie DiGAs die Versorgung von Adipositas v.a. in strukturschwachen Regionen verbessern und gleichzeitig Kosten der Behandlung senken können. Die gewonnenen Erfahrungen sollen anschließend auf ländliche Regionen im In- und Ausland übertragen werden, um die Erkenntnisse auch dort nutzbar zu machen.

Im Projekt kooperieren Prof. Dr. Marika Haderer (Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie der Universität Bayreuth) und Mitarbeitende des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften (IMG) der Universität Bayreuth unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Lauerer mit Dr. Feby Savira vom Institute for Health Transformation (IHT) der Deakin University. In einem ersten Schritt werden Ergebnisse bereits abgeschlossener Adipositasstudien in Kulmbach und Melbourne zusammengetragen. Anschließend werden in zwei binationalen Workshops zentrale Themen wie Regulierung, Erstattung, klinische Integration und datenschutzrechtliche Aspekte sowohl in Deutschland als auch in Australien besprochen. Im weiteren Verlauf sind unter Beteiligung deutscher Forschender Befragungen vor Ort in Melbourne mit bis zu 40 australischen Interessensvertreterinnen und -vertretern zu Schlüsselfaktoren wie Sicherheitsstandards und Zugangskriterien für die Verschreibung geplant.

„Digitale Gesundheitsanwendungen haben das Potenzial, insbesondere im ländlichen Raum Versorgungslücken zu schließen. In unserer Studie arbeiten wir interprofessionell und international mit Fachleuten aus Biomedizin, Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie zusammen und binden dabei Expertise in Entwicklung, Implementierung und Evaluation digitaler Interventionen ein. Gekoppelt mit dem partizipativen Austausch und den praktischen Erfahrungen von Patient:innen, Ärzt:innen und Therapeut:innen können wir so neue Standards für die ländliche Primärversorgung weltweit setzen“, sagt Prof. Haderer.

Der DAAD fördert das Projekt über den Projektbezogenen Personenaustausch (PPP Australia) mit 17.779 Euro auf deutscher sowie 12.435 AUD auf australischer Seite. Die Förderung durch den DAAD aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gewährleistet die Reise- und Aufenthaltskosten der Forschenden. Der Workshop auf deutscher Seite wird zudem durch den Universitätsverein Bayreuth mit 2.000 Euro mitfinanziert; weitere regionale Fördermittel sind beantragt. Das Projekt läuft seit 01. Januar 2026 für zwölf Monate.

Die Forschungsidee sowie das damit verbundene wissenschaftliche und translationale Potenzial entwickelten sich durch das IMG der Universität Bayreuth ab 2023 im Rahmen einer Förderung zum Aufbau internationaler Forschungskooperationen. Hierbei stellte das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst über die Anschubfinanzierung „BayIntAn“ Mittel zur Verfügung. Auf dieser Grundlage wurde der Kontakt zu Dr. Savira und dem IHT aufgebaut und die Kooperation über einen IHT Accelerator Grant verstetigt. Die Projektförderung über den IHT Accelerator Grant und die darin erhobenen Daten waren maßgebliche Wegbereiter für die erfolgreiche DAAD-Förderung.

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