Geschichte und Philosophie der Medizin

Dass ein Mensch sich selbst als gesund oder krank versteht oder von anderen als gesund oder krank angesehen wird, basiert keineswegs auf objektiven Tatbeständen, sondern ist zu einem hohen Grad von kulturellen, sozialen, historischen und epistemologischen Faktoren abhängig. Medizinisches Handeln als Umgang mit Gesundheit und Krankheit vollzieht sich in einem Raum aus technischen Fertigkeiten, wissenschaftlichen Kenntnissen, gesellschaftlichen Welt- und Menschenbildern, moralischen Einstellungen und historisch-sozialen Lagen. Medizin existiert nur im Plural der zeitlich und räumlich verschiedenen Medizinsysteme. Die Art und Weise, wie über den Menschen gedacht wird, wie über ihn ein Wissen aufgestellt wird und dieses Wissen zum Nutzen des einzelnen Menschen und der Menschheit insgesamt angewendet wird, ist der rote Faden dieser Vorlesung.
Die Vorlesung Geschichte und Philosophie  der Medizin führt in die Geschichte dieser Medizinsysteme ein und stellt ihre philosophischen Grundlagen dar. Anhand von zentralen Stationen dieser Geschichte wird vor allem die Genese des abendländisch rationalen Typus von Medizin vorgestellt.

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